Ein Text für schwere Wegstrecken - vielleicht für dich heute, - oder morgen?

 

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. 

Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich!“ Joh. 14,1-6

 

Dieser Bibeltext gehört zu den Abschiedsreden Jesu. Die Jünger sind erschüttert, verunsichert. Jesus hatte davon gesprochen, dass einer aus ihrer engsten Weggemeinschaft ihn verraten wird Joh.13,22, dass er leiden und sterben wird, dass er sie verlassen wird.Joh.7, 33 „Nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch, und gehe hin zu dem, der mich gesandt hat.“ Und er hat sie auch darauf vorbereitet, dass sie gänzlich versagen werden, es selbst nicht hinkriegen und selbst Petrus ihn verleugnen wird (Joh.13,38).

 

Die Jünger sind bestürzt:

... Aber Jesus, was wird dann aus uns werden, wenn du weg bist?

... Was sollen wir dann machen?

... Wer wird uns helfen?

Dann erklärt ihnen Jesus, dass es wichtig ist, dass er geht. Er will für sie einen Platz im Himmel vorbereiten.
Joh. 14,2 „Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten“

 

Aber ist das wirklich ein Trost für die Jünger?
Wie würde es uns da gehen? 

In solch einer verzweifelten Situation, einsam und verlassen?

Was kann uns denn überhaupt Halt geben, wenn alles um uns herum ins Wanken kommt? 

 

·      Wenn geliebt Menschen uns verlassen?

·      Wenn uns die Kraft oder die Gesundheit im Stich lässt?

·      Wenn die Weltpolitik brennt?

·      Wenn Gott nicht mehr redet?

·      Wenn die Zweifel kommen?

 

Jesus sagt den Jüngern:
Joh. 14,1 „Glaubt an Gott und glaubt an mich!“

Lasst euch durch nichts in eurem Glauben erschüttern!

 

Und jetzt kommt Thomas und bringt es genau auf den Punkt. Er spricht das aus, was wir alle denken: V.5  „Herr, wir wissen eben nicht, wo du hingehst!“ Also ich habe keine Ahnung.

 

·      Das ist es eben, ich kann nicht so gut vertrauen, mein Glaube hält nicht durch.

·      Woher sollen wir wissen, dass du uns nicht einfach nur im Stich lässt?

·      Wie soll ich das glauben mit den Wohnungen im Himmel? Es ist doch noch keiner zurückgekommen.

·      Und wie kann ich in den Himmel kommen?

 

Man höre und staune jetzt: Nein, kein Tadel von Jesus. Jesus nimmt Thomas mit seinen Zweifeln sehr ernst. Er antwortet ihm ganz persönlich:

V. 6 „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich.“

 

Dieser Bibelvers ist einer der bekanntesten im NT. Vielleicht haben Sie ihn auch schon tausendmal gehört. Aber mal ehrlich, verstehen wir ihn auch?

Hat Thomas verstanden, was Jesus ihm da gesagt hat? Anscheinend nicht. Seine Zweifel waren noch nicht ausgeräumt, das merken wir an seiner Reaktion nach der Auferstehung, wo er uns immer noch als Zweifler begegnet.

 

Machen wir mal einen Wechsel.

Es ist das Jahr 2018. Seit Tagen berichten die Medien davon:

In der Tham-Luang Höhle im Norden Thailands läuft eine dramatische Rettungsaktion. Die soll uns verdeutlichen, was zwischen Jesus dem Thomas hier verdeutlicht:

12 Jungs zwischen 13 und 16 Jahren, eine gesamte Fußballmannschaft mit ihrem Trainer werden vermisst im weitverzweigten Netz von Gängen und Nebenhöhlen kilometertief in den Bergen der Provinz Chiang Rai. Es herrscht Regenzeit, vermutlich hat eine Sturzflut ihnen den Rückweg abgeschnitten. Lange gibt es keine Lebenszeichen der Gruppe. 

Doch dann ist der Chef der Rettungsaktion wieder zuversichtlich: „wir haben mehrere Löcher im Gestein entdeckt. Das heißt, sie bekommen etwas Luft dort unten. Wenn wir sie finden, werden wir sie einzeln herausholen, einen nach dem andren.“

 

Können wir uns vorstellen, wie es den Jungs dort unten geht?

Es ist kalt.

Nass.

Sie sind hungrig.

Es ist stockfinster.

Sie können nur schwer atmen.

Sie sind völlig erschöpft.

Verängstigt.

Panisch.

 

Mit dieser Geschichte will ich versuchen, uns zu erklären, was Jesus uns in dem Bibelabschnitt sagen wollte. 

Wir alle stecken manchmal in solch eine Höhle fest und wissen keinen Ausweg.
Das sind Zeiten der Enge, der Angst, der Orientierungslosigkeit, des Mangels.

 

Stell dir vor, du bist einer von diesen Jungs. Nennen wir dich Thomas.

Seit acht Tagen sitzt du dort unten fest, hoffnungslos verloren, voller Angst.

 

Da taucht plötzlich ein Taucher vor dir aus dem schwarzen Wasser auf.

Er hat den Weg zu dir gefunden.

 

So hat er auch den Weg zu uns,- zu Dir gefunden,- Jesus. 

Er sagt, dass er mich retten will, dass ich mich auf ihn verlassen kann, dass ich ihm glauben soll und dass er mich in die Freiheit bringen will. Allein, dass er es gewagt hat zu uns zu kommen ist Beweis genug für seine Mühe und Liebe.

Er sagt:

 

1.    „Ich bin der Weg“

Ich bin der „promodos“ (griech.). Die „promodoi“ des römischen Heeres waren die Aufklärungstruppen, die vorausmarschierten, um den Weg zu bahnen.

Jesus sagt: Ich bin der Weg, ich gehe dir voraus, ich bin das „Lotsenboot“, das dich sicher in den Hafen der himmlischen Herrlichkeit führt. 

Wie unsicher dir auch deine Zukunft erscheint, - verlass dich auf mich, ich kenne den Weg. Ich bin der Weg und ich bringe dich da durch. 

 

Stell dir vor, du bist Thomas, da unten in der Höhle. Was würdest du dem Taucher antworten?

„Nein, das glaube ich nicht. Ich habe schon so viele dieser Gänge hier ausprobiert, aber alle haben nur in die Irre, in die Sackgasse geführt. Du willst mich nur beruhigen. „Religion ist Opium fürs Volk“ sagte Karl Marx. Und Jesus? Ein großspuriger Religionsstifter?

Außerdem bin ich noch nie getaucht, ich kann nicht tauchen.

Ich habe Platzangst.

Ich traue mich nicht. Ich bleibe hier im Trockenen, ich kriege sonst noch mehr Angst, ich kann nicht mit dir durch diese lebensbedrohliche Enge tauchen.

 

 

Und was wäre die Reaktion Jesu auf meine Zweifel?

„Dann bleib wo du bist!“ ??    

 

Nein, - er sagt:

 

2.    „Ich bin die Wahrheit“

Das heißt so viel wie: „Ich bin doch nicht hierhergekommen, um dir einen Vortrag zu halten, wie diese Höhlensysteme funktionieren und was man braucht, um hier drinnen zu überleben!

Ich bin von draußen, von der Freiheit in deine Enge in deine Angst hineingekommen, um dich herauszuholen. Ich bin hier, - und das ist der sichere Beweis dafür, dass ich den Weg kenne. 

Ich bin der Weg, wenn du dich an mich bindest, dich an mir festmachst. 

         

Ich bin ehrlich: Das wird nicht leicht, der Weg wird eng, du wirst leiden, du wirst wirklich auch Angst haben. Ich mach dir nichts vor, ich täusche dich nicht, ich enttäusche dich nicht. Ich sage die Wahrheit, ich bin die Wahrheit und ich bringe dich da durch“.

 

Was hätten wir gesagt?

Unser Thomas ist immer noch nicht überzeugt.

„Aber vielleicht ist das alles mit dir völlig umsonst. Dann gehe ich das Risiko mit dir ein, begebe mich in dieses kalte Wasser, verletze mich an den scharfen Felsen, durchlebe die Orientierungslosigkeit, die Enge, die Angst ...

Nur um am Ende festzustellen, dass der Eingang der Höhle, der Weg zur Freiheit vielleicht doch verschlossen ist. Hier liegen so viele Steine rum ... Dann war alles umsonst!“

 

Und Jesus?

Thomas, ich kenne den Weg, ich bin selbst der Weg.

Ich spreche die Wahrheit, ich bin die Wahrheit und absolut zuverlässig.

Und Thomas, ich verspreche dir, nach dem allem hier ein ganz neues Leben. Du träumst vielleicht davon mal ein großer Fußballstar zu werden. Ich verspreche dir die Herrlichkeit in Ewigkeit. Aber du musst mir vertrauen.

 

3.    „Ich bin das Leben“

 

Jesus hat eine Wohnung, ein Zuhause, einen Schutzraum für uns. Er hat einen „Lebensraum“ für uns vorbereitet, denn er selbst ist das Leben. 

Darauf können und sollten wir uns verlassen.

 

In Johannes 5, 26 sagt es Jesus selbst: „Wie der Vater der Geber des Lebens ist, so hat er auch dem Sohn Macht verliehen, Leben zu geben.“

 

Wir dürfen uns an ihn hängen, erbringt uns durch!

 

So hat es Martin Luther gemacht, wenn er schreibt:
„Was mein Glaube sein soll

Mir ist es bisher wegen
angeborener Bosheit und Schwachheit
unmöglich gewesen,
den Forderungen Gottes zu genügen.

Wenn ich nicht glauben darf,
dass Gott mir um Christi willen
dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe,
so ist's aus mit mir.
Ich muss verzweifeln.
Aber das lass ich bleiben.

Wie Judas an den Baum mich hängen,
das tu ich nicht.
Ich hänge mich an den Hals
oder Fuß Christi wie die Sünderin.
Ob ich auch noch schlechter bin als diese,
ich halte meinen Herrn fest.

Dann spricht er zum Vater:
Dieses Anhängsel muss auch durch.
Es hat zwar nichts gehalten
und alle deine Gebote übertreten.

Vater, aber er hängt sich an mich.
Was will's! Ich starb für ihn.
Lass ihn durchschlupfen.

Das soll mein Glaube sein“.



Ihre/Eure
Utina & Michael Hübner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hebräer 10, 19-20
Liebe Brüder und Schwestern![3] Wir haben also freien Zutritt zum Allerheiligsten! Jesus hat sein Blut geopfert und uns den Weg durch den Vorhang hindurch frei gemacht, diesen neuen Weg, der zum Leben führt.





 




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